Projekt Suchtgedächnis



Im Laufe des Jahres 2011 hat das Projektteam in mehreren Sitzungen das nachstehende Konzept entwickelt. Zur Grundidee gehörten auch die Entwicklung und der Bau eines großen begehbaren Suchtgedächtnisses. Die Umsetzung ist aber nur mit einem Kooperationspartner möglich. Leider hat sich - zumindest bis heute - kein Kooperationspartner gefunden.

 

Konzept "Suchtgedächtnis"

I. Einführung Das Thema Suchtgedächtnis ist derzeit in Fachkreisen ein häufig benutztes Synonym. Es steht für die neusten Erkenntnisse der Wissenschaft über die Vorgänge im menschlichen Gehirn beim Konsum von Suchtmitteln und liefert Erklärungen über das Verhalten von Suchtmittelab-hängigen. In unserer immer hektischer werdenden Zeit mit einem hohen Leistungsdruck und einem Sinn- und Werteverlust greifen immer mehr Jugendliche zu Suchtmitteln. Die häufigen Berichte über das sogenannte Komasaufen sind ein Ausdruck dafür. Auf diesem Hintergrund entstand im Verein DALI Polytox die Idee zu dem Projekt Suchtgedächtnis. Schnell wurde klar, dass der Selbsthilfeverein mit der Planung und Umsetzung dieser Idee überfordert ist. Deshalb haben wir uns weitere Unterstützung geholt. Daraus ist das nachstehende Projektteam entstanden.

II. Projektteam Peter J. Birzer, Betroffener, Künstler und Ideengeber, 2. Vorsitzender des Vereins DALI Polytox Gerd Schmücker, Betroffener, Vorsitzender des Vereins DALI Polytox Fabian Rabsch, freischaffender bildender Künstler Marion Hornok, Diplom-Sozialpädagogin (FH), Suchtberaterin am Gesundheitsamt des Landratsamtes Regensburg

III. Projektbeschreibung Ein wichtiger Sinn dieses Projektteils ist die Prävention in Schulen. Geplant sind Erlebnisberichte von Betroffenen. In diese sollen leicht verständliche Informationen über die neurobiologischen Vorgänge im menschlichen Gehirn einfließen. Im Anschluss daran werden die Schülerinnen und Schüler unter Anleitung eines Künstlers Objekte aus Papier gestalten. Diese Objekte werden in der Schule ausgestellt und sollen später zusammen mit den Objekten aus anderen Schulen in Regensburg ausgestellt werden. Den Abschluss der Aktion in den Schulen bilden eine Sucht- Präventionsveranstaltung und eine erlebnispädagogische Aktion, die durch das Gesundheitsamt Regensburg gestaltet wird. Einige Mitglieder aus den Sucht- Selbsthilfegruppen von DALI Polytox und vom Kreuzbund, Diözesanverband Regensburg haben unter der Anleitung einer Künstlerin Objekte zum Thema Suchtgedächtnis gestaltet, die Teil der Gesamtausstellung werden sollen.

IV. Ziel des Projektes Die Projekte in den Schulen verfolgen den Zweck, junge Menschen über das Thema Sucht und die Suchtmittel aufzuklären. Die anschließende künstlerische Auseinandersetzung mit dem Gehörten soll Spaß machen, eine andere Gefühlsebene ansprechen und aktivieren und dadurch das Gehörte verstärken. Ziel des Workshops ist eine unverkrampfte Herangehensweise an ein so schwieriges Thema wie der Sucht. Aus dem Vortrag und den Erfahrungsberichten über die Sucht und was diese im Gehirn und persönlich verändert, werden die Schüler mit Fabian Rabsch allgemeine Begriffe herausarbeiten. Diese Begriffe können z.B. Emotionen und Empfindungen ausdrücken und sind anschließend in eine kleine Skulptur zu überführen. Zum Abschluss soll der Gedankenkreis durch eine Diskussion geschlossen werden, in der über die entstandenen Skulpturen, deren Ausgangsbegriffen und die Sucht gesprochen wird. Die Arbeiten und deren Entstehungsprozess werden dokumentiert und in einer Ausstellung zur allgemeinen Diskussion gestellt.

V. Durchführung Zusammen mit der Laßleben- Schule in Kallmünz haben wir einen Plan zur Durchführung des Projektes erarbeitet, der Ende November bis Anfang Dezember 2011 umgesetzt worden ist. Es haben sich eine 7. Und eine 9. Klasse eine Woche lang an dem Projekt beteiligen. Zunächst haben Peter und Gerd in zwei Unterrichtsstunden ihre Suchtgeschichte erzählt wobei Gerd in seine Schilderung Informationen über die neurobiologischen Abläufe im menschlichen Gehirn einfließen ließ. Unter der Anleitung unseres bildenden Künstlers Fabian Rabsch hatten dann die Schüler einzeln oder in kleinen Gruppen von zwei bis drei Schülerinnen oder Schülern die Aufgabe, das Gehörte in kleine Objekte aus Papier und Karton umzusetzen. Dazu hatten sie an drei Tagen je eine Doppelstunde Zeit zur Verfügung. Den Abschluss der Projektgestaltung bildete eine Nachbesprechung. An einem weiteren Schultag führte das Gesundheitsamt einen Schulrisikocheck durch. Den Abschluss des Projektes bildete ein erlebnispädagogischer Tag im Kletterzentrum Lappersdorf. Es war schön zu erleben, wie sich die Schülerinnen und Schüler nach anfänglichem Zögern auf das Thema Sucht und die Objektgestaltung eingelassen haben. Es ist geplant, die Objekte in der Schule auszustellen und während einer gesonderten Ausstellung in Kallmünz der Bevölkerung zu präsentieren.

Als ein Schlusspunkt des Modellprojektes hat die Johann- Baptist- Laßlebenschule eine dreitägige Ausstellung aller von den Schülern gefertigten Objekte im Bürgersaal in Kallmünz organisiert. Die Vernissage am 12. Juli vereinte noch einmal alle Akteure dieses Projektes. Aber auch eine Reihe von Eltern und Offizielle fanden Interesse an den Arbeiten der Schülerinnen und Schülern. Karin Schober hat die Veranstaltung musikalisch umrahmt. An den beiden folgenden Tagen konnten die Arbeiten noch besichtigt werden.


 Wir hoffen dass wir dieses Projekt auch in Schulen in Regensburg umsetzen können sobald die Finanzierung sichergestellt ist.


Bilder von der Projektwoche an der Laßlebenschule in Kallmünz:

307
308
326
345
346
357
358
362
378
379
392
399
01/12 
start stop bwd fwd


 

Bilder von der Vernissage: